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Mein Einstieg in die analoge Fotografie
Tina und Thomas - unsere Fotos Online
Mein Erfahrungsbericht über die Adox Golf 63
und die Seagull 4A

Von meinem Opa habe ich die Adox Golf 63 aus dem Jahr 1954 geerbt und Anfang 2009 damit meinen ersten Rollfilm 6x6 belichtet. Da ich mich damit überhaupt nicht auskannte, musste ich mir erst einmal eine Gebrauchsanweisung suchen, die ich dann auch im Internet gefunden habe:  http://www.adox- golf.de/service/bedienu ... g_golf.pdf
Liest sich zwar in der heutigen Zeit recht witzig –aber ganz so einfach wars dann doch nicht.. Los ging es erst einmal mit der Suche nach dem passenden Film. Also ging ich in ein kleines Fotogeschäft, wo man mir einen Rollfilm von Ilford empfohlen hat. Dieser Film umfasst 12 Bilder und kostet 6,50 Euro. Ich bekam den Tipp: Iso-400-Film und am besten bei Sonnenschein fotografieren.

Der Film war also drin und ich zog von dannen. Sehr ungewohnt war für mich erst einmal das neue Bildformat –6x6. Ich kannte bis dato nur das 3:2 Format und hatte irgendwie das Gefühl, mir würde bei dem quadratischen Format Platz fehlen. Eine ganz neue Erfahrung war dann das Aufnehmen des Fotos an sich –es gab jetzt verschiedenste Dinge zu berücksichtigen:
  
  1. Den Film richtig weiter transportieren!
  2. Die Filmempfindlichkeit von Iso 400 bleibt bis zum Filmwechsel
  3. Erst mal: Klappe auf! Dann Blende (möglich von f11 bis f6,3) und Zeit (von 1/25 bis 1/200 Sekunde) einstellen. Nicht zu vergessen: Abstand (1 Meter bis unendlich) einstellen!
  4. Verschluß spannen -das ist ein kleiner Hebel vorne an den Einstellrädern
  5. Durch den Sucher gucken, Auslöser betätigen -> der Hebel zum Spannen des Verschlusses schnappt zurück. Der Film ist belichtet.

Das war richtig toll! Ein Hebel der zurück nach links springt, wenn der Auslöser getätigt wurde. Zum Glück bin ich nicht so oft darauf reingefallen, auf die Kamerarückseite zu gucken, nur um festzustellen: das Bild wird hier nicht angezeigt.
Nach der Entwicklung des Films im Fotogeschäft kam die erste Ernüchterung:
  • der Negativstreifen sah recht flau und kontrastlos aus
  • sehr viele Bilder waren doppelt belichtet (obwohl ich sehr konzentriert den Film weiter transportiert hatte)
Die einzige Motivation war: „Mit der Belichtung an sich kommen Sie gut zurecht“ –naja, ein Grund, es noch einmal zu versuchen..

Zwischenzeitlich bekam ich eine Seagull 4A –eine analoge, aber zweiäugige Spiegelreflexkamera. Sie ist deutlich einfacher zu handhaben als die Golf. Schon alleine das Einlegen des Films bekam ich super hin. Bei ihr kann man entweder durch einen kleinen Sucher gucken, der sich oben am Rand befindet. Oder man guckt von oben durch den Lichtschacht und erkennt dort recht groß das Sucherbild. Dazu kann man auch noch eine Lupe ausklappen, z. B. um die Schärfe genau(er) einstellen zu können. Im Gegensatz zur Golf sieht man hier, ob bzw. wo das Bild scharf wird oder nicht. Der Schärferegler befindet sich bei der Seagull an der linken Seite. Zu beachten gilt bei ihr allerdings, dass man erst die Verschlusszeit einstellen sollte, bevor man den Film per Kurbel (an der rechten Seite) weiter transportiert. Die Seagull verfügt über eine Zeit von B (unbegrenzt) bis zu einer kurzen 300stel Sekunde. Die Blende kann von f3.5 bis f22 gewählt werden. Auch diese Kamera verfügt nicht über eine Belichtungsskala oder eine –messung.

Auch mit der Seagull habe ich bereits meinen ersten Film im Labor entwickeln lassen (ich habe den gleichen Film wie bei der Golf verwendet). Als ich zusammen mit der Händlerin die Negativstreifen begutachtet habe, ist mir sofort der Unterschied aufgefallen. Es liegen Welten zwischen dem der Golf und dem der Seagull. Ein Lob habe ich dann auch noch einkassiert: ich hätte ein Auge für die Motive die in S/W wirken und ich würde die Belichtung sehr gut hin bekommen. Da meine ersten Ergebnisse mit der Golf nicht befriedigend waren, und die zweiten es auch nicht sind (immer noch zu viele Doppelbelichtungen) wurde die Golf etwas genauer angeschaut und wir stellten fest, dass der Balgen leider seine Alterserscheinungen hat und porös (und damit lichtdurchlässig) wurde.
 
Ich werde also vorerst bei der Seagull bleiben. Es macht auch super viel Spaß mit ihr zu fotografieren. Allerdings braucht man schon etwas länger um ein Bild aufzunehmen –nicht zuletzt, weil man alles spiegelverkehrt sieht. Dennoch werde ich sie in sämtlichen Bereichen austesten.