Was ist ein Lensbaby 3G?
Das Lensbaby ist ein spezielles Objektiv für Fotografie der anderen Art. Ich meine damit, dass man das Sehen neu lernen muss. Man muss sich auf die Unschärfe einlassen und damit kreativ werden. Hier ist es so, dass man selbst bestimmt, welche Bildteile (einigermaßen) scharf abgebildet werden, und welche unscharf oder sogar verzerrt dargestellt werden.
Nachdem ich mein Baby ausgepackt hatte, musste ich erst einmal fest stellen, dass es gar nicht so einfach ist,
wie die Ergebnisse immer aussehen. Die ersten Fragen die aufkamen, waren:
- Wie funktioniert das Teil überhaupt?
- Wann entscheide ich mich für welche Blende?
- Welche Motive eignen sich gut – welche weniger gut?
Wie funktioniert das Teil überhaupt?
Eigentlich ganz simpel: bevor man das Lensbaby an der Kamera befestigt, sollte man die Dioptrien nachstellen. Hilfreich ist natürlich auch ein großer Sucher oder auch eine Live-Bild-Funktion. Danach kann´s los gehen: Motiv gesucht, Blende gewählt und eingelegt (die einzelnen Blenden von 2.8 bis 22 liegen in einem Behälter, der aussieht wie eine Bratpfanne. Aus dem Objektivtubus genommen werden die Blenden“plättchen“ wieder mit einem Magnet –am anderen Ende des Behälters.) Bei Motiven ab ca. 40 cm drückt man das Baby zusammen, bei näheren Motiven muss man es auseinander ziehen (was auch schon mal einiges an Kraft kosten kann..). Dadurch entsteht die Schärfe im Bild, die man jetzt durch biegen (links oder rechts, oben oder unten) verschieben kann (wodurch sich auch einige Teile im Bild verzerren können). Hat man die Schärfe festgelegt, stellt man das Baby mittels Knopfdruck fest. Nun stellt man erst einmal die Schärfe mittels Fokussierring nach. Man kann zusätzlich mit Hilfe der Führungsstangen den „Sweet Spot“ fein einstellen. Dann betätigt man den Auslöser.
Nun ja, ich habe das Baby jetzt etwa eine Woche getestet. Die ersten Fotos sind beim Spazierengehen im eisig kalten Wind und ohne Stativ entstanden. Die weiteren Versuche sind alle indoor mittels Blitzkopf entstanden.
Wann entscheide ich mich für welche Blende?
Ich hab bisher einige Blenden durchgetestet. Da ja die Tiefenschärfe bei kleiner Blende größer wird, bewege ich mich meist im Bereich 2.8 bis max. 11.
Im Benutzerheft steht: "Ohne Blendenscheibe ist der „Sweet Spot“ am kleinsten und die typische Lensbaby- Randunschärfe stark ausgeprägt. Je größer die Blendenöffnung, desto kleiner wird der „Sweet Spot“ und desto geringer wird die Schärfentiefe. Die kleinste Blendenöffnung liefert die größte Schärfentiefe, den größten „Sweet Spot“ und die geringste Randunschärfe."
Welche Motive eignen sich gut – welche weniger gut?
Ich denke, Lensbabybilder sind sowieso Geschmackssache –das wird genauso auf die Motive zutreffen. Ich habe mit Naturfotos angefangen und Portraits ausprobiert; bin aber vorerst (hauptsächlich auch um zu üben) bei Stillleben, Pflanzen hängen geblieben. Sucht man allerdings im www nach Lensbabyfotos findet man sie in sämtlichen Kategorien. Von Produktfotos über Tier- und Streetfotografie bis hin zu Food.
Ich denke nach wie vor: wenn man das Lensbaby beherrscht, kann man damit klasse Effekte erzielen und sich auch mal von der „normalen“ Fotografie abheben. Ich bin froh, dass ich es jetzt habe und weiß heute schon: es wird bei mir nicht in irgendeiner Ecke verstauben. Wenn man erst den Blick für die richtigen Motive und auch die Erfahrung im Umgang hat, weiß man, wann es sich lohnt, das Objektiv zu wechseln.